Renewable Energy Hamburg interviewed Hyfindr’s co-founder Björn Lüssow

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You can read the interview published on 30th November 2021 on EEHH – click here. It is all about Hyfindr and Björn Lüssow’s views on what is important for the German hydrogen economy when ramping-up. You can also read it here.

HYFINDR.COM SORGT FÜR MEHR TRANSPARENZ IN DER WASSERSTOFFINDUSTRIE

Lieber Herr Dr. Lüssow, welchen Ansatz verfolgen Sie mit Hyfindr.com?

Dr. Lüssow: Mit unserem B2B Marktplatz hyfindr.com sorgen wir für mehr Transparenz in der Wasserstoff- und Brennstoffzellenindustrie. Mein Mitgründer, Steven Oji, und ich haben im Jahr 2019 selbst ein Brennstoffzellensystem entwickelt und dabei ganze sechs Wochen nach einem passenden Hydrogen Blower in der Welt gesucht. Fündig wurden wir dann bei der Firma Busch Vacuum aus Baden-Württemberg. Damals haben uns gefragt: Sind wir wirklich im Jahr 2019? Wieso gibt es für die Wasserstoffindustrie keinen digitalen Marktplatz, auf dem man die passenden Komponenten anhand technischer Kriterien finden und vergleichen kann? Wir haben deshalb die Hyfindr GmbH gegründet, um dieses Problem zu lösen. Auf www.hyfindr.com können Entwickler oder Einkäufer passenden Komponenten, Systeme und Dienstleistungen einfach finden. Dies spart Zeit, Geld und Nerven.

Worauf kommt es aus Ihrer Sicht jetzt an, damit der Markthochlauf der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland gelingt?

Dr. Lüssow: Herausragende Technik haben wir in Deutschland – dies steht außer Frage. Diese muss jetzt aber zügig skaliert werden, damit die Produkte international wettbewerbsfähig bleiben oder werden. Der internationale Wettbewerb schläft nicht. Ein proaktives Zusammenwirken von Wirtschaft und Politik ist ebenfalls hilfreich, um regionale Hotspots der Wasserstoffindustrie zu entwickeln. Der Großraum Hamburg sowie der Hydrogen Valley in den Niederlanden sind positive Beispiele dafür. Schließlich können klare Regeln Unsicherheiten beseitigen und die Investitionsbereitschaft erhöhen; viele Unternehmen setzen z.B. aktuell große Hoffnungen in die bald zu erwartende Klärung auf europäischer Ebene, welche Anforderungen an grünen Wasserstoff zu stellen sind. Sind die Anforderungen einmal klar, können Projekte verlässlicher geplant und kalkuliert werden.

Zeichnet sich für Sie bereits ab, im Bereich welcher Komponenten/Lösungen deutsche Unternehmen ein gutes Standing haben und wo ausländische Firmen stärker sind?

Dr. Lüssow: Ein generisches Urteil möchte ich mir hier nicht anmaßen. Aus den vielen Gespräche, die wir mit Unternehmen führen, zeichnet sich nur eines sehr klar ab: im Ausland wird sehr viel mutiger skaliert und die Produkte weltweit vertrieben. Wer in der Wasserstoffindustrie nachhaltig erfolgreich sein will, darf sich nicht auf den regionalen oder nationalen Vertrieb beschränken, sondern sollte Kunden international suchen und bedienen. „Made in Germany“ zieht noch immer und kann genutzt werden, auch im Bereich der Brennstoffzellentechnologie.

Wie viele Unternehmen aus Norddeutschland sind bei Ihnen auf hyfindr.com schon dabei?

Dr. Lüssow: Aktuell noch keines, aber das ist sicherlich nur noch eine Frage der Zeit. Schon mehr als 30 namenhafte Unternehmen präsentieren Ihre Produkte und Dienstleistungen bei uns und es werden wöchentlich mehr. Wir wachsen sehr stark, da der Mehrwert unserer B2B Plattform unmittelbar jedem einleuchtet, der unsere Webseite besucht. Unternehmen können Ihre Produkte für die Wasserstoffindustrie bei uns präsentieren, um hochwertige Vertriebskontakte zu gewinnen und Entwickler oder Einkäufer finden diese Produkte viel einfacher als bisher. Dies spricht sich zunehmend herum, und dies freut uns natürlich sehr. Wir sind zuversichtlich das Wachstum der Wasserstoffindustrie mit dieser Transparenz weiter beschleunigen zu können. Sehr gerne würden wir auch viele Unternehmen aus Norddeutschland mit Hyfindr unterstützen; ich stamme aus Elmshorn bei Hamburg und bin dem Norden deshalb auch persönlich sehr verbunden.

Wie können digitale Marktplätze beim Hochlauf der norddeutschen Wasserstoffwirtschaft helfen?

Dr. Lüssow: Für alle Unternehmen in der Wasserstoffindustrie ist es aktuell sehr wichtig den eigenen Bekanntheitsgrad zu steigern. Das Eisen muss geschmiedet werden, wenn es heiß ist, denn nichts ist frustrierender z.B. für einen Hersteller von Komponenten, wenn ein neues Brennstoffzellensystem auf dem Markt erscheint, ohne dass man Gelegenheit hatte, die eigenen Produkte zu präsentieren, obwohl diese vielleicht viel besser gewesen wären. Der digitale B2B Vertrieb schafft schnell globale Reichweite und ist sehr effizient. Den Aufbau einer international Vertriebsorganisation kann sich demgegenüber nicht jedes Unternehmen leisten. Wir konnten mit Hyfindr schon zahlreiche hochwertige Kundenkontakte für deutsche und europäische Unternehmen generieren, die von den Unternehmen in Eigenregie verfolgt werden. Gerne helfen wir auch norddeutschen Unternehmen dabei ihren Bekanntheitsgrad weiter zu steigern. Die Einstiegshürden in den digitalen Vertrieb sind sehr niedrig; Unternehmen können Ihre Produkte bei uns für die ersten sechs Monate kostenlos präsentieren, und auch ohne Anschlussverpflichtung. Gerne stellen wir unser Konzept interessierten Unternehmen im Detail in einem persönlichen Gespräch vor. Selbstverständlich können norddeutsche Unternehmen Hyfindr aber auch dafür nutzen, um selbst Produkte und Dienstleistungen für ihre geschäftlichen Aktivitäten in der Wasserstoffindustrie zu finden.

Kann ihr Tool dabei helfen, Deutschland als weltweiten Technologieführer für Wasserstoff (Aussage Peter Altmaiers) zu etablieren und deutsche Brennstoffzellentechnologie zum Exportschlager zu machen?

Dr. Lüssow: Ja, das kann es. Ich möchte Ihre Frage in Stufen beantworten: Wir haben Hyfindr gegründet, um für mehr Transparenz in der globalen Wasserstoffindustrie zu sorgen. Dies treibt uns an, da wir es selbst erlebt haben, wie schwer es ist, hochwertige und zudem passende Komponenten, Systeme oder Dienstleistungen zu finden. Wenn sich also viele deutsche Unternehmen bei hyfindr.com registrieren, besteht eine gute Chance, dass wir einen Betrag dazu leisten, die Brennstoffzellentechnologie aus Deutschland zum Exportschlager zu machen. Hierüber würden wir uns natürlich freuen!

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